Wie kann die juristische Ausbildung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfest weiterentwickelt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Werkstattgesprächs „Vom Hörsaal in die Praxis. Wie machen wir das Jurastudium besser?“ der CDU-Landtagsfraktion. Gemeinsam mit Vertretern aus Studium, Wissenschaft, Justiz und Anwaltschaft wurden aktuelle Herausforderungen und notwendige Reformen diskutiert. Wir als RCDS NRW waren durch unsere Landesvorsitzende Vanessa Wafzig vertreten und haben die Perspektive der Studenten in die Debatte eingebracht.

Aus unserer Sicht hat Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren bereits wichtige Fortschritte erzielt. Insbesondere der integrierte Bachelor schafft zusätzliche Perspektiven und entschärft den lange bestehenden „Alles-oder-nichts“-Charakter des Jurastudiums. Auch die Einführung des E-Examens ist ein wichtiger Schritt hin zu einer zeitgemäßen juristischen Ausbildung.

Gleichzeitig sehen wir weiteren Reformbedarf. Die stetig wachsende Stofffülle macht es notwendig, den Pflichtfachstoff kritisch zu überprüfen und sinnvoll zu reduzieren. Im Mittelpunkt der Ausbildung sollten stärker die Kompetenzen stehen, die gute Juristinnen und Juristen tatsächlich benötigen: juristische Methodik, Argumentationsfähigkeit, Recherchekompetenz und die Fähigkeit, sich fundiert in neue Rechtsmaterien einzuarbeiten.

Auch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stellen neue Anforderungen an Studium und Prüfungen. Wir fordern deshalb, bestehende Prüfungsformate weiterzuentwickeln und den verantwortungsvollen Umgang mit KI fest in der juristischen Ausbildung zu verankern.

Für uns als RCDS NRW steht dabei fest, dass eine Reform des Jurastudiums nicht weniger Anspruch bedeuten darf, sondern den richtigen Anspruch setzen muss. Unser Ziel ist eine moderne juristische Ausbildung, die methodische Kompetenz, eigenständiges Denken und Leistungsbereitschaft stärkt und zugleich auf die juristische Praxis von morgen vorbereitet.